Rechtliche Fragestellungen rund um intelligente Verpackungen

Die Forschungsstelle für Lebensmittelrecht der Universität Bayreuth behandelt im Rahmen des Projektes rechtliche Fragestellungen. Im Vordergrund stehen dabei zwei Problemkreise: Wie können Händler und Hersteller nach der geltenden Rechtslage intelligente Verpackungen einsetzen? Und welche Rechtsänderungen sind wünschenswert?

Aktuell wird das Zusammenspiel von Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten untersucht. Diese lassen sich grundsätzlich flexibel handhaben und sind veränderlich. Doch derjenige, welcher das Datum ändert, trägt zugleich die Verantwortung für das neue Datum. Grundsätzlich sind jedoch Angaben über die verbleibende Haltbarkeit mittels intelligenter Label nach geltender Rechtslage möglich.

Darüber hinaus ist der rechtliche Zugriff auf die Lieferketten von Interesse. Diese sind vor allem von hygienerechtlichen Bestimmungen geprägt, welche sich außerhalb parlamentarischer Gesetzgebung anpassen lassen. Hier werden derzeit die rechtlichen Möglichkeiten untersucht, auf dieser Ebene intelligente Label – insbesondere zur Kühlkettenkontrolle – einzuführen.

Auch bleibt für den deutschen Gesetzgeber ein gewisser Spielraum, trotz unionsrechtlicher Harmonisierung, weitere Kennzeichnungsanforderungen im Hinblick auf intelligente Verpackungen zu fördern.

 

Podcast “Produktschutz vs. Nachhaltigkeit – Sicher zukunftsfähig verpackt: Fleisch und Wurst”

Frau Prof. Dr. Judith Kreyenschmidt gab im Rahmen eines Podcasts ein Interview zum Thema “Intelligente Verpackungen” im Forschungsprojekt Intelli-Pack.

Dieser Podcast mit dem Titel “Produktschutz vs. Nachhaltigkeit – Sicher zukunftsfähig verpackt: Fleisch und Wurst” fand  in der Reihe “7 Tage Themen – Processing & Packaging” statt. Diese virtuelle Veranstaltung wurde anstelle der dieses Jahr ausgefallenen Fachmesse für Verpackungen “Interpack” vom 07. Mai – 13. Mai durchgeführt.

In dem Podcast geht es um Innovationen im Bereich der Fleischverpackungen, Alternativen zu Plastik und intelligenten Verpackungen.

Fernsehbeitrag “Mehr wissen – besser leben: Im Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung”

Das Thema Lebensmittelverschwendung stand kürzlich im Vordergrund eines Fernsehbeitrags und neuen Formats der NDR Wissenschaftsredaktion “Mehr wissen – besser leben: Im Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung”.

Durch die Sendung führt die Schauspielerin Esther Schweins, die sich im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. Gezeigt werden Tipps und Tricks, wie man diese vermeiden kann und zukünftige Lösungen. Das Forschungsprojekt Intelli-Pack ist dort ebenfalls vertreten, inwiefern intelligente Verpackungen das Problem lösen können.

Smartphone-App liest intelligente Etiketten auf Verpackungen aus

In Zusammenarbeit mit der Universität Bonn werden in Kürze die ersten Untersuchungen der Entfärbekinetiken, d.h. des Entfärbeverhaltens von intelligenten Etiketten, sog. Time-Temperature-Indicators (TTIs), mit der für das Forschungsprojekt  von der Europäischen Fachhochschule (EUFH) entwickelten Smartphone-App durchgeführt. Diese App liest intelligente Etiketten auf Verpackungen kühlpflichtiger Produkte aus, wie z.B. Wurst oder Salat.

Hierzu wurden verschiedene Entwicklungsumgebungen getestet und eine erste App entwickelt. Diese ist derzeit in der Lage, eigenständig Bilder der intelligenten Etiketten aufzunehmen, diese abzuspeichern und automatisiert in einem Bildbearbeitungsprogramm darzustellen.

So kann der Nutzer derzeit durch eine Berührung des Bildschirms unmittelbar die Farb- und Referenzfarbwerte der intelligenten Etiketten,  (TTIs), bestimmen. Dieser Vorgang soll zukünftig automatisiert erfolgen.

Durch die Untersuchungen und Tests soll die Resthaltbarkeit der Produkte mithilfe der App anhand der Entfärbung der TTIs bestimmt werden können. Diese Etiketten verfärben sich in Abhängigkeit vom Zeitverlauf und Temperaturschwankungen von dunkelblau zu grau.

Darüber hinaus ermittelt die EUFH aktuell Zusatzdienste, die die App zusätzlich anbieten könnte, z.B. das Bereitstellen von Rezepten, Infos zum Produkt, zur korrekten Lagerung, zur Herkunft, Produktionsbedingungen etc.

Uni Bonn entwickelt mit Landpack GmbH Prototypen für Online-Versandverpackungen

Da im Forschungsprojekt Intelli-Pack auch der Onlineversand von kühlpflichtigen Lebensmitteln eine Rolle spielt, führt die Universität Bonn derzeit auch Untersuchungen zu Online-Versandverpackungen durch.

Dabei wurde unter anderem untersucht, wie temperaturstabil Verpackungen mit biologisch abbaubaren Isoliermaterialen, wie z.B. Stroh, und nachhaltiger Kühlung durch gefrorenes Wasser sind. Mögliche Schwankungen in der Temperatur könnten die Haltbarkeit der transportierten Produkte beeinflussen.

In Zusammenarbeit mit der Firma Landpack GmbH wurde daher ein Prototyp einer Online-Versandverpackung mit optischem Zugang für die intelligenten Etiketten entwickelt. Dieser Zugang gewährleistet, dass die Haltbarkeit des transportierten Produktes mittels der intelligenten Etiketten an jedem Punkt in der Lieferkette auf einfache Weise ausgelesen werden kann.

Wie stehen die Konsumenten zum Thema MHD und intelligente Verpackungen?

Die Konsumentenforschung der Fachhochschule Münster beschäftigt sich u.a. mit der Akzeptanz und dem Hintergrundwissen der Konsumenten über das Thema Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und den intelligenten Verpackungen sowie dem Einkaufsverhalten von kühlpflichtigen Lebensmitteln.

Sowohl die Datenerhebung der qualitativen, als auch der quantitativen Untersuchung ist abgeschlossen. Die Auswertung der qualitativen Untersuchung zeigt, dass verschiedene Personengruppen unterschiedlich zu intelligenten Verpackungen stehen. Es wurden fünf Cluster gebildet, beschrieben und in Bezug auf ihr Konsumentenverhalten und ihre Einstellung gegenüber intelligenten Verpackungen analysiert.

Das Ergebnis zeigt, dass besonders Personen über 50 dem Label kritisch gegenüberstehen. Diese Personengruppe hat noch eine feste Verbundenheit zum MHD und vertraut der neuen Technologie nur bedingt. Besonders die Nutzung des Smartphones führt zur Ablehnung. Generell merken viele der Befragten an, dass ein intelligentes Label nur in Kombination mit dem MHD eingeführt werden sollte.

Diese und weitere Erkenntnisse wurden in eine Online-Umfrage integriert und an weitere Konsumenten verschickt. Derzeit findet die Auswertung der Datensätze statt.

Der vollständige Bericht mit allen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen zur weiteren Entwicklung des Labels wird Mitte September beendet sein.

 

Es geht um die Wurst: Uni Bonn untersucht rohe Bratwürste

Parallel zum Start der Laboruntersuchungen der intelligenten Etiketten hat die Arbeitsgruppe Kühlkettenmanagement der Universität Bonn ebenfalls mit den Laboruntersuchungen zur Charakterisierung des Verderbs von roher Bratwurst des Projektpartners Wolf Wurstspezialitäten GmbH begonnen.

Dabei werden Proben der rohen Bratwurst unter konstanten und dynamischen Temperaturen gelagert und auf mikrobiologische, sensorische und physikochemische Parameter untersucht.

Die Ergebnisse werden dann genutzt, um Haltbarkeitszeiten des Produktes zu berechnen. Die intelligenten Etiketten werden dann auf diese tatsächlichen Haltbarkeitszeiten angepasst, sodass die realen Haltbarkeitszeiten auf dem Etikett bzw. mithilfe einer im Rahmen des Forschungsprojekts durch die Europäische Fachhochschule (EUFH) programmierten App ausgelesen werden können.

Start der Laboruntersuchungen mit intelligenten Etiketten

Die Arbeitsgruppe Kühlkettenmanagement der Universität Bonn hat mit den Laboruntersuchungen der intelligenten Etiketten, der sog. Time-Temperature-Indicators (TTIs), begonnen.

Dabei werden die TTIs bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert und ihre Entfärbung (von dunkelblau zu grau) gemessen und modelliert. Dadurch können die Etiketten genau charakterisiert und ihr Entfärbeverhalten bei verschiedenen Temperaturen sowie die benötigten Aufladeintensitäten (mit UV-Licht) berechnet werden.

Dies ist notwendig, um die TTIs an Haltbarkeitszeiten von spezifischen Produkten genau anzupassen und sie so für unterschiedliche Lebensmittel im Forschungsprojekt wie z.B. roher Bratwurst, Salat etc. nutzen zu können.

Anhand der jeweiligen Entfärbung der TTIs kann dann entweder optisch oder mittels der im Forschungsprojekt von der Europäischen Fachhochschule (EUFH) zu entwickelnden App abgelesen werden, wie lange das Produkt noch haltbar ist.